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Bei den Flachland-Gorillas: Eindrücke meiner Reise in die Republik Kongo

 Eindrücke von meiner Reise in die Republik Kongo, September 2017:
 
Und da geht’s schon los:

ganz viele Menschen wissen nicht, dass es sozusagen 2 – 3 Kongos gib: Die Republik Kongo, ehemals

französische Kolonie mit der Hauptstadt Brazzaville. Dann gibt es die -meist mit negativen Schlagzeilen- DRC (Demokratische Republik Kongo ehemals Belgisch Kongo oder Zaire mit der früheren Hauptstadt Leopoldville -heute Kinshasa- und nach der Unabhängig mit dem ersten Präsidenten Lumumba). Nördlich der beiden Länder gibt es noch die Zentralafrikanische Republik mit der Hauptstadt Bangui und dem bekannten Kaiser Bokassa.
 
Für die heute sehr friedliche Republik Kongo benötigt man ein Visum. Wir hier in München haben es einfach, da es einen Generalkonsul gibt. Der ältere Herr führt -logischerweise- ein Geschäft für asiatische Antiquitäten, raucht Zigarren und ist äußerst entspannt, und auch ein wenig überrascht, wenn doch tatsächlich ein Visum angefragt wird und er in Aktion treten muss.  Naja, hat ja alles geklappt: gegen eine kleine Visa-Gebühr von E 80 !
 
Und los geht die große Reise ! Die Ankunft in Brazzaville gestaltet sich eher unspektakulär, ruckzuck wurden die Schalter der Einreisebehörden besetzt, das Gepäck geholt und schon sind wir im kleinen Städtchen Brazzaville mit knapp 2 Mio. Einwohnern und übrigens Partnerstadt von Dresden. Alles ist sehr entspannt, wenig Verkehr und nach nur 20 Minuten ist man im Zentrum. Das Radisson Hotel liegt mit Blick über den großen Fluss, den Kongo, von dessen anderer Seite die Skyline von Kinshasa grüßt. Nur wenige Gehminuten sind es zum Restaurant Mami Wata, direkt am Flussufer mit französischem Flair und professionellem Service.
 
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Eine Stadtrundfahrt sollte man unbedingt unternehmen, der Besuch der Basilika Sainte Anne lohnt wirklich. Wir hatten das Glück, dass gerade ein Chor geprobt hat, und eine wundervolle Stimmung herrschte. Man begegnet in der Kirche vielen älteren Damen in bunten, landestypischen Gewändern, die gerne und sehr offen über die Geschichte der Kirche und die Bedeutung der bunten Fenster Auskunft geben.
 
Der Abend ging mit einem Sundowner auf einer Sandbank mitten im Fluss zu Ende, wir waren alle schon recht müde…..
 
Am nächsten Tag ging es per komfortablem Sportflugzeug (zugelassen in Südafrika) in etwa 2 Stunden in den Nordteil des Landes, zum Odzala-Kokoua Nationalpark. Dieser ist etwa doppelt so groß wie Singapore mit viel Regenwald und die Heimat für eine Vielzahl von Tieren, insbesondere des bedrohten Westlichen Flachland-Gorillas, der hier mit Hilfe zahlreicher internationaler Universitäten erforscht wird. Es finden sich dort 114 Säugetierarten, mehr als 400 Vogelarten und fast 5000 Sorten Pflanzen. Eine besondere Rolle spielt die deutsche Unternehmerin Sabine Plattner (SAP), die sich hier in einem Projekt für Ausbildung, Familien und Naturschutz engagiert.

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Das Gorilla Trekking unterscheidet sich von Uganda und Ruanda dadurch, dass keine großen Höhenunterschiede zu bewältigen sind. Man läuft fast immer in ebenem Gelände, allerdings geht es teilweise durch dichtestes Unterholz, mit Lianen, unsäglich vielen Wurzeln, man stolpert so dahin….. Pro Stunde schafft man im Unterholz ungefähr einen Kilometer. Die Gorillas werden praktisch bei jedem Trekking aufgespürt, die Führer sind exzellent und gehen wunderbar auf die Gäste ein, ihr Wissen über den Regenwald ist phänomenal. Kaum nähert man sich den Tieren wird ein Mundschutz aufgesetzt, die Menschenaffen sind für Infektionen äußert anfällig. Oftmals sind sie in den Baumwipfeln zugange und es ist schon ein großartiges Erlebnis einen Silberrücken, wie einen Feuerwehrmann einen kerzengeraden, schier aus dem Himmel kommenden Baumstamm in Windeseile herunterflitzen zu sehen. Am Boden sind die Tiere schwieriger zu beobachten, das Unterholz ist sehr dicht und die Gruppen scharen sich nicht so eng zusammen. Wer wie wir das Glück hat, mehrere Gruppen zu besuchen, sieht sehr gut die Unterschiede der Familien, jeder Clan und sein Anführer haben unterschiedliche Charaktere. Ist ja wie bei uns Menschen.
Zusätzlich werden hier nach Einbruch der Dunkelheit Wanderungen unternommen, seltene Insekten, leuchtende Pilze, und kleine Affenarten wie Pottos oder Galagos können Sie nur im Dunkeln entdecken.
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Das Ngaga Camp liegt mitten im Regenwald, morgens wird man vom Kreischen der Affen geweckt und kann dann beobachten wir der Frühnebel langsam der wärmenden Sonne weicht. Das Essen in diesem Camp ist ausgezeichnet, die Manager rührend um uns besorgt. Informativ und beeindruckend sind die Vorträge der Wissenschaftler zu den Gorillas, hier wird international viel unternommen, um diese bedrohten Primaten zu erforschen und damit auch zu schützen.
 
Per Wagen ging es weiter ins Mboko Camp, Waldgebiete wechseln mit Grasebenen auf denen sich oft bizarr anmutende Termitenhügel finden, die Natur versucht sich hier als Bildhauer. Das Camp hat eine wunderschöne Terrasse mit weitem Blick, die Chalets sind relativ einfach, aber völlig ausreichend. Die Aktivitäten hier konzentrieren sich auf Flussfahrten, per Kajak, Motorboot oder auch halb schwimmend-halb watend beobachteten wir die Fauna und Flora. Oft sieht man Waldelefanten, die allerdings sehr scheu sind und schnell und lautlos im dichten Grün verschwinden. Wir hatten das Glück einen sehr gelassenen Elefanten zu beobachten, der fast über eine Sitatunga (seltene Antilopenart) stolperte und dann doch ungehalten trötete. Ein anrührendes Erlebnis.
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Der „Reisetag“ in das dritte Camp Loanga wird dann schon richtig abenteuerlich: Per Kajak ging es entlang des Flusses, ruhig und gelassen glitten wir dahin und beobachteten Vögel und Affenarten. Dann bog unser Guide in einen kleinen Nebenfluss und es hieß „aussteigen“ .- ins knietiefe Wasser. Keine Sorge, Krokodile oder Nilpferde gibt es in diesem Abschnitt nicht. Die Kajaks wurden an einem Baum vertäut und weiter ging es zu Fuß, teilweise bis zu Hüfte im Wasser, teilweise über Inseln und an den Flussufern immer durch zähen Matsch und Sand. Die Schuhe sollten unbedingt über die Knöchel reichen, sonst geht es Ihnen wie mir, und der Schuh bleibt stecken, das war mühsam und am Ende waren wir alle ziemlich dreckig. Während der Wanderung begegnen Ihnen Büffel, vor denen die Ranger einen Heidenrespekt haben, mehrmals mussten wir Umwege in Kauf nehmen. Nach etwa 2 Stunden sahen wir in der Ferne etwas Rotes leuchten, es war die Kühlbox mit den wohlverdienten Getränken am nächsten Camp. Müde, verdreckt und angenehm aufgeregt verbrachten wir dann einen entspannten Nachmittag auf der Terrasse mit Blick auf die Lichtung.
 
Der nächste Tag war wieder für einen „Adventure-Walk“ reserviert, ich habe es vorgezogen vom Camp aus die Bai (= Lichtung) zu beobachten und wurde herrlichst mit der Beobachtung eines der raren Bongos belohnt, die Wanderer haben sich ganz schön geärgert.

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Die Camps sind gut ausgestattet, jedes Chalet oder Bungalow hat Dusche/WC, allerdings darf man nicht den Luxus von Safari-Camps in den klassischen Gebieten erwarten. Dafür weiß und fühlt man sehr genau, dass die Zivilisation tausende von Kilometern entfernt ist, und das meine ich im positiven Sinne. Für mich war es ein Privileg dieses abgelegene Naturparadies besuchen zu dürfen.

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Fazit der Reise: Wer schon die üblichen Safari-Gebiete abgearbeitet hat, muss diese Reise unbedingt machen. Es zeigt ein völlig anderes Afrika, ganz neue Tierarten und ein sehr authentisches Safarierlebnis in einem einzigartigen Ökosystem. Um schnell und unkompliziert möglichst viele große Tiere zu sehen ist der Kongo nicht geeignet. Die Reise ist nicht gerade preiswert, der Gedanke, dass pro Jahr keine 1000 Touristen den Park besuchen, entschädigt und lässt diese Tour zu etwas ganz Besonderem werden. Bei der Anreise kann man sparen, wenn man mit Ethiopian Airways fliegt, diese fliegt ex Frankfurt und Wien sechsmal pro Woche via Addis Abeba, in Economy kostet der Flug etwa 1000 Euro.
 
Ab Herbst gibt es den Transferflug von Brazzaville jeden Donnerstag und Montag, sodass die Aufenthaltsdauer zwischen 4 Nächte – dann sollte man nur das Gorilla-Trekking machen- und 11 Nächten individuell geplant werden kann. Für Einzelreisende bietet sich jeder erste Donnerstag im Monat an, da gibt es reduzierte Zuschläge, wir beraten Sie gerne.
 
A bientot
Ihre Mama Safari
Christine Hruschkaxxx



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Für die wunderbaren Fotos bedanke ich mich bei Michael Lorentz und , der eigentlich zu jedem Thema etwas weiß……und Scott Ramsey, immer mit Kamera und Drohne unterwegs.

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